Archiv der Kategorie: Innovation

Investor Markus Wagner (i5invest) über Herzblut, Fokussierung und die Liebe zu Innovation

Gernot Pfingstl traf sich mit der österreichischen Investor-Legende Markus Wagner (i5invest).

„Wagner gründete 1999 mit fünf weiteren Studenten der FH Salzburg das Startup wap.at Internetservices GmbH. Das Unternehmen des gebürtigen Wieners konzentrierte sich auf Handyapplikationen.“ Wagner entwickelte mit seinen Studienkollegen in der Boomzeit der Mobiltelefonie technische Möglichkeiten, wie zB. Mobiles Ticketing oder auch mobile E-Commerce Applikationen (m-commerce, Bezahlen per Handy am Colaautomaten). Sie ermöglichten auch das „Handyvoting“ bei „Starmania“.

Wagner war ab 2001 Geschäftsführer der nun unter dem Namen Xidris tätigen Firma. 2004 fusionierte man mit zwei weiteren Firmen zur 3united, Wagner wurde Vorstand für Technology & Media Partnerships.

2006 – nach einem Jahr Investorensuche wurde die Firma um 55 Millionen Euro vom US-Internet- und Kommunikationskonzern VeriSign gekauft. Wagner, der mit der nahtlosen Integration von 3united in Verisign betraut war, verließ ein Jahr später das Unternehmen und gründete das Unternehmen i5invest zur Förderung von Internet-Start-Ups. Aktuelle Projekte sind unter anderem die Personensuche 123people.at und die Iphone/Android App Runtastic sowie weitere innovative B2C Applikationen.

Quelle: http://www.salzburg.com/wiki/index.php/Markus_Wagner

Markus Wagner (i5invest) und dieIdee.eu

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Markus, aus Deiner bisherigen Erfahrung heraus: Was sind die wichtigsten Eigenschaften, die einen erfolgreichen Unternehmer klassifizieren.

Markus Wagner (i5invest): Ganz klar die Fähigkeit, das Ganze (Anm. die Idee) umzusetzen. Dazu braucht es Menschen, die etwas zustande bringen. Ein Büro, also ein Geschäftslokal, in dem sich das ganze abspielt. Also eine bestehende Konstruktion, nicht nur einen Businessplan.
Das wichtigste neben einem gewissen Startkapital ist die Begeisterung, die man einer Idee gegenüber mitbringt. Und auch das Team, die Menschen.

Für mich ist es wichtig, dargestellt zubekommen, wer sind die Menschen, die die Idee auch tatsächlich umsetzen. Wieviel Zeit investieren sie, machen sie das nebenbei, oder sind sie mit Leib und Seele Unternehmer.

Eine Einzelperson, oder ein schlampig zusammengestoppeltes Team hat keine Chance auf Förderung. Begeisterung ist extrem wichtig für den weiteren Firmenaufbau. Das Team sollte Referenzen und Commitment besitzen.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): „Was sind die Eigenschaften des erfolgreichen Start-up Teams? Was sollte man mitbringen?“

Markus Wagner (i5invest):  Credibility also Glaubwürdigkeit ist sehr wichtig um zu reüssieren. Als Junger Kreativdesigner, könnte das zum Beispiel eine gute Story sein, also gutes Storybuilding ist wichtig.
Eine ausgezeichnete Vertriebsfähigkeit ist wichtig, um in weiterer Folge Umsätze zu generieren, und somit sich für Investoren attraktiv positionieren zu können. Die wirtschaftliche Entwicklung plausibel darstellen zu können, ist essentiell.

Generell ist die Mentalität in Österreich im Vergleich zu Amerika (wo ich in New York für Verisign die Transition von 3 United erledigt habe), eine viel offenere.
In Amerika werden auch Produkte, die man in Europa eher produktlastig vermarktet, eher vertriebslastig „angepriesen“. Kurioserweise wirkt Europa trotz oftmals höherer Produktqualität fast schüchtern. Ich kann nur jedem raten, nicht schüchtern zu sein, sich professionell zu vermarkten, auf Veranstaltungen zu gehen, mit Leuten zu reden, und es einfach zu probieren.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Besteht dabei nicht die Gefahr des Ideenklaus?

Markus Wagner (i5invest): Es ist oftmals besser, Input für seine Ideen zu bekommen, Austausch zu leben. Gerade in meinem Bereich (Anm. Business 2 Consumer) ist Ideenklau keine große Sache. Anders sieht es aus, wenn Patente im Spiel wären. Dort reicht schon die reine Erwähnung in einer Diskussion als Veröffentlichung im engeren Sinne.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wie lassen sich Gesellschafter-Streitigkeiten nach der Gründungsphase vermeiden?

Markus Wagner (i5invest): Eine lose schriftliche Vereinbarung ist ausreichend, wo klar gelegt wird, wie die Eigentumsverhältnisse zum Start geregelt sind. Auch sollte enthalten sein, was im Ausstiegsfall eines Kollegen mit dessen Anteilen geschieht. Dies im Hinblick darauf, dass ein Neuer ihn vertreten kann.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Was bedeutet Investment für Dich?

Markus Wagner (i5invest): Ein Investment ist Zeit gegen Anteile zu tauschen. Also Zeit gegen Anteile, für die Leistung im Marktpreis plus Gewinnaufschlag gerechnet wird.
Stichwort: „Geiles Setup“
Eine Idee, ohne Attraction, ohne Nachweis eines bisherigen Markterfolges, ohne Förderungen, ohne Investoren, ohne Umsatz wird anders bewertet werden müssen, als eine Firma, mit guten Leuten, wo bereits Umsätze fließen und ein gewisser Markterfolg erkennbar ist.

Ein Beispiel: Im Speedinvest (Anm. http://speedinvest.com/) bewerten wir, wie sich ein fiktives 100.000 Euro Investment rechnen würde. Wir operieren mit Ausfalls- und Gewinnwahrscheinlichkeiten. Mit einer Wahrscheinlichkeit von z.B. 10% wird das Investment von 100.000 einen Gewinn von mehr als 1 Mio. erzielen. Ist das genug, um als Investor langfristig erfolgreich zu sein? Nein. Kosten müssen gedeckt sein, Gewinn muss erzielt werden, das Risiko langfristig sicher abgedeckt sein, und die Opportunitätskosten (100.000 als Anzahlung für ein Strandhaus) ebenfalls zumindest überlegt werden.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wie würdest Du als Start-UP eine Firma groß machen?

Markus Wagner (i5invest): Um eine Firma vorzubereiten, die „echt geil“ ist?
Sich niemals mit Mittelmaß zufrieden geben. Eine High-Quality Mannschaft zusammenstellen, die Großartiges zu verändern imstande ist. Teilen, Anteile an großartige Menschen abgeben, sodass die Chance größer wird, dass die Firma zu Erfolg kommt!

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Du bekommst, jährlich 1000 Projektanfragen, wie hoch ist die Quote, derer, die Du förderst?

Markus Wagner (i5invest):  Von 1000 Projektanfragen hört man im Laufe der Jahre nur von 20 wieder Positives. Es gilt zu bewerten, wohin die Reise geht.

Ein Beispiel. In einem potentiellen Milliardenmarkt kann man in 50 Firmen investieren. Wenn eines davon reüssiert, hat man die Anfangsinvestitionen für die anderen 49 durch den Gewinn des einen über-kompensiert. 1:20 oder 1:50 funktioniert in einem Milliardenmarkt. Die Frage ist, wieviel Risiko ist man bereit zu tragen. 50:50 ist eine sichere Sache und meistens kein gewinnträchtiges Geschäft, außer in monopolisierenden Geschäftsbereichen.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Hast Du eine Entscheidung, eine Firma unterstützt zu haben, in Deiner Laufbahn bisher bereut?

Markus Wagner (i5invest): „Nein, denn in der bisherigen Zeit war es möglich viel coolere Projekte zu machen. Damals hätte es einfach bei diesen Firmen nicht gepasst.“

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Was sind die für Dich wichtigsten Startbedingungen für ein Startup? Deine Checkliste?

Markus Wagner (i5invest):

  • Das Netzwerk, die Community, in der man agiert. Wer sind die Menschen, auf die ich zurückgreifen kann?
  • In welchen Bereichen liegt meine Kernkompetenz, wo kenne ich mich gut aus?
  • Wissen und unternehmerischer Wille. Der Biss weiterzumachen, wo andere aufhören
  • Das Erkennen von nötigen Komplementärbausteinen
  • Konzentriert auf 1 Idee fokussieren, nicht 10 Dinge gleichzeitig machen

Die Eintrittswahrscheinlichkeit für ein cooles Setup ist dort hoch, wo Kompetenz, Wissen und Wille da sind. Dort beginnt eine Idee aufzugehen. Eine faire Chance auf Erfolg erhält man mit dem richtigen Team und mit dem richtigen Netzwerk, auch mit Pressekontakten (befreundeter Journalisten)

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Thema Scheitern als Kultur USA vs. Europa

Markus Wagner (5invest): Es ist ein Mythos, dass Scheitern in den USA besser angesehen ist, als in Europa. In Wirklichkeit geht es um die Menschen, die sich in der Vergangenheit bewiesen haben; wenn ein guter Mann gescheitert ist, bleibt er ein guter Mann. Eine Pflaume jedoch bleibt immer eine Pflaume. Interessanterweise gehen Unternehmer, mit Herzblut nicht mehr in ein Angestelltenverhältnis zurück. Einmal als Selbständiger Blut geleckt, immer Unternehmer…

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wie würde Dein „Dream-Team“ konkret aussehen?

Markus Wagner (i5invest): Ich würde die Besten am Markt von meiner Idee begeistern, und mit Ihrer Expertise und Erfahrung ein Unternehmen gründen. Ihnen Anteile am gemeinsamen Unternehmen überschreiben und durchstarten.

Dies könnte bei einem Mobilfunk-Startup z.B. Alexander Oswald (eh. Nokia Alps) für Vertriebserfahrung sein, kombiniert mit Boris Nemsic (eh. Generaldirektor Mobilkom Austria, Telekom Austria).

Sinnvoll ist es gute Leute zu einer gemeinsamen Idee zusammenzubringen. Gutes Marketing und gute Medienkontakte runden das Bild ab. Tüftler müssen raus aus ihrer Rolle als Tüftler. Es gibt keine Alternative als in den Vertrieb zu gehen. („Anrufen, Treffen, vermeiden zu Hause zu sitzen und sich zu beschweren, dass Österreich so schwierig ist.“)

Nicht abschrecken lassen von Kritik. Feedback ernst nehmen. Einfach Energie investieren. Das zahlt sich aus!

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wodurch entscheiden sich Investoren und wie bewerten sie?

Markus Wagner (i5invest): Der Branchenerfolg des Investors ist entscheidend.

„Ein gutes Team kann mit Geld viel anfangen. Den Anspruch an coole Leute kann man nicht runterschrauben!“

1000 Firmen buhlen um 50 Investoren! Es gibt genügend Förderinstitutionen in Österreich ZIT (www.zit.co.at/foerderungen.html) , AWS(www.awsg.at/) , FFE (http://www.fraunhoferventure.de/leistungen/finanzierung/FFE/index.jsp) Jedes dritte Projekt wird in Österreich gefördert. Bewirbt man sich bei 3 Förderinstitutionen mit dem richtigen Setup ist die Wahrscheinlichkeit groß, rasch durchstarten zu können.

Jeder Investor beurteilt die Schnelligkeit (Time-to-Market), wie schnell man das Produkt am Markt herzeigen kann. Auch das Feedback, die Begeisterung der Gründer und die Attraction des Produkts. Weiters ist es wichtig so rasch wie möglich das Produkt am Markt zu launchen, sonst sind Investoren nicht interessiert. (Falle!)

Investor USA: hat 100 Projekte und kalkuliert mit einer Ausfallswahrscheinlichkeit von 1 zu 20.

Investor EU: hat 5 bis 10 Projekte und kalkuliert mit einer Ausfallswahrscheinlichkeit von 1 zu 3.

„Gar keinen Investor zu brauchen ist der beste Weg einen Investor zu finden“

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wie ist der 3United Verkauf an Verisign in die Wege geleitet worden?

Markus Wagner (i5invest): „Im Jahr 2005 begannen wir den Verkauf von 3 United vorzubereiten. Von 10 Firmen kamen 2 in die nähere Auswahl. Es ging darum Market-Awareness in Amerika zu generieren. Der Weg dazu war beim Prestige-trächtigsten Pitch in Amerika zu der Zeit zu gewinnen. Wir gewannen den Pitch zum „American Idol“, erlangten dadurch die Awareness in Amerika, standen in der Auslage und Verisign hatte die Wahl, selbst zu kaufen, oder jemand anderer hätte gekauft. Wenn jemand anderer gekauft hätte, hätte Verisign später ein Problem gehabt.“

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Rätst Du Jungunternehmern ohne perfektes Setup zu starten?

Markus Wagner (i5invest): Wichtig ist es mit exzellenten Leuten zusammenzuarbeiten. Nur im Team erreicht man, dass mehr weitergeht, auch wenn man selbst krank ist, und jemand für dich weiterarbeitet. Wenn Du einmal down bist, werden exzellente Leute Dich wieder aufrichten, und weiter geht es. Das ist der Teamspirit. „Das Team hat einen hohen Wert für den Erfolg der Firma“

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wie wichtig ist Geld für einen Investor?

Markus Wagner (i5invest): Grundgedanke von Investition ist mehr Geld raus zubekommen, als investiert wurde. Das ist nicht die einzige Motivation. Wert schaffen, ist die zweite.

Viele Millionäre sind aus Spaß dabei an der Sache. Ein positiver unternehmerischer Antrieb überbrückt Momente, wo es schwierig weitergeht.

Nichtsdestoweniger hört eine Unterstützung einer Firma nach 12-18 Monaten bei Nichterfolg auf. Dies wird klar kommuniziert, mit klarem Schnitt am Ende. Erwartet wird vom Gründer ein Vollzeitcommittment. „Ganz oder gar nicht!“

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wordrap. „Auffallen?“

Markus Wagner (i5invest): … ist schwieriger geworden unter der Masse der Startups. Performance Marketing wichtiger und gute Co-Kollegen.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Grundantrieb?

Markus Wagner (i5invest): … ist nicht Geld machen. Mitaufbauen, Erfolge teilen. Sich miteinbringen. Kontakte gegenseitig herstellen. Positive Incentivierung. Mit Leuten und Team zusammenarbeiten. Wer bringt wieviel Zeit ein? Konzept nicht verstecken, weil ein offenes Konzept viel mehr Kommunikation ermöglicht.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Umsatz?

Markus Wagner (i5invest): … Das schwierigste ist auf Umsatz zu kommen. Viel Energie ist notwendig um dorthin zu kommen.

Umsatz ist ein Qualitäts-Siegel für den Erfolg eines Unternehmens. Und oftmals vernachlässigt in Europäischen Unternehmen ist der Verkauf. Bei Verisign ist sogar der Entwicklungschef in Verkaufsgespräche mit Kunden miteingebunden.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Aus Anerkennung gegenüber dem Kunden, als Wertschätzung und auch um Kundenbedürfnisse direkt wahrzunehmen.

Markus Wagner (i5invest): Auch um Mehrwerte zu generieren. Keine Angst vor Abfuhr. Sales Kultur ist oftmals bei Start-Ups unterentwickelt, im Vergleich zur Produkt und Technologie-Verliebtheit.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wordrap. Absatzmarkt?

Markus Wagner (i5invest): Tirol liegt von Wien ausgehend gleich weit entfernt wie Köln. Also zur Tiroler Tageszeitung gehen oder zur RTL-Gruppe. Mit dem Zug liegt München näher und ist schneller erreichbar als Bregenz. Es gibt keine Grenze zu Deutschland mehr. Der Deutschsprachige Raum besteht aus mehr als 90 Millionen Konsumenten. Schweiz ist extrem innovativ.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Austesten?

Markus Wagner (i5invest): … man muss viele Sachen mit Feedback austesten. „Um dem Glück eine Chance zu geben, ist es wirkliche Arbeit. Ein Team muss mühsam zusammengekratzt werden.“

Man muss die Schlagzahl hoch halten. Termine kurz halten, wenn es keinen Sinn macht. Schneller Zyklus, hoher Takt: Zeit sinnvoll nutzen. In 3 Tagen kann man mittels Bahn im Team in Deutschland 30 Kundenkontakte erledigen; Rail-Plus-Ticket sei dank.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Kochabo.at, Michael Ströck?

Markus Wagner (i5invest): Unternehmer aus Bekannten Familien (www.stroeck.at bzw. http://www.wirtschaftsblatt.at/home/service/509444/index.do?index=8&direct=) wollen Neues ausprobieren.

Kochabo.at – wichtig hierbei:

  • Kundenzufriedenheit
  • Customer Lifetime Value
  • Deckungsbeitrag
  • Weiterempfehlungrate
  • ABO-Verlängerungsrate
  • Wieviele Abonnenten?
  • Wie Nachhaltig?
  • Sinnvoll definierte KPIs.
  • Onlinemarketing vs. Print / Flugzettel
  • Logistik
  • Qualitätssiegel
  • Produktentwicklung und Konzeption
  • Frische
  • Rezepte müssen gut sein
  • Veganer, Laktose, Milchintoleranzen
  • Mutationen wie Volumen, Skalierbarkeit
  • Kundenwert

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Wie siehst Du ob ein Segment funktioniert, z.B. Kochabo-Zustelldienste?

Markus Wagner (i5invest):  Bei bestehenden Ideen fährt man hin und sieht es sich selbst an. Wichtig ist der Marktüberblick, das Firmenbuch, Presseartikel, und Branchenüberblicke. Auch Infos, ob andere Investoren bereits investiert sind, und wie hoch das Werbebudget ist lassen Rückschlüsse auf die Erfolgswahrscheinlichkeit zu.

DieIdee InnovationsAgentur (www.dieIdee.eu): Vielen Dank für das Gespräch.

Markus Wagner (i5invest): Vielen Dank.

Dieser Text unterliegt dem Copyright von dieIdee InnovationsAgentur. Auszüge auch nur teilweise bedürfen der ausdrücklichen schriftlichen Genehmigung von dieIdee InnovationsAgentur. Anfragen bitte unter copyrights@dieIdee.eu

Gartner’s 2012 Hype Cycle for Emerging Technologies

2012 Hype Cycle Special Report Evaluates the Maturity of More Than 1,900 Technologies

„Big data, 3D printing, activity streams, Internet TV, Near Field Communication (NFC) payment, cloud computing and media tablets are some of the fastest-moving technologies identified in Gartner Inc.’s 2012 Hype Cycle for Emerging Technologies.

The Hype Cycle graphic has been used by Gartner since 1995 to highlight the common pattern of overenthusiasm, disillusionment and eventual realism that accompanies each new technology and innovation.

The Hype Cycle for Emerging Technologies report is the longest-running annual Hype Cycle, providing a cross-industry perspective on the technologies and trends that senior executives, CIOs, strategists, innovators, business developers and technology planners should consider in developing emerging-technology portfolios.

Some of the more significant scenarios, and the tipping point technologies, need to mature so that enterprises and governments can deliver new value and experiences to customers and citizens include:

Any Channel, Any Device, Anywhere — Bring Your Own Everything

The technology industry has long talked about scenarios in which any service or function is available on any device, at anytime and anywhere. This scenario is being fueled by the consumerization trend that is making it acceptable for enterprise employees to bring their own personal devices into the work environment. The technologies and trends featured on this Hype Cycle that are part of this scenario include BYOD, hosted virtual desktops, HTML5, the various forms of cloud computing, silicon anode batteries and media tablets. Although all these technologies and trends need to mature for the scenario to become the norm, HTML 5, hosted virtual networks and silicon anode batteries are particularly strong tipping point candidates.

Smarter Things

A world in which things are smart and connected to the Internet has been in the works for more than a decade. Once connected and made smart, things will help people in every facet of their consumer, citizen and employee lives. There are many enabling technologies and trends required to make this scenario a reality. On the 2012 Hype Cycle, Gartner has included autonomous vehicles, mobile robots, Internet of Things, big data, wireless power, complex-event processing, Internet TV, activity streams, machine-to-machine communication services, mesh networks: sensor, home health monitoring and consumer telematics. The technologies and trends that are the tipping points to success include machine-to-machine communication services, mesh networks: sensor, big data, complex-event processing and activity streams.

Big Data and Global Scale Computing at Small Prices

This broad scenario portrays a world in which analytic insight and computing power are nearly infinite and cost-effectively scalable. Once enterprises gain access to these resources, many improved capabilities are possible, such as better understanding customers or better fraud reduction. The enabling technologies and trends on the 2012 Hype Cycle include quantum computing, the various forms of cloud computing, big data, complex-event processing, social analytics, in-memory database management systems, in-memory analytics, text analytics and predictive analytics. The tipping point technologies that will make this scenario accessible to enterprises, governments and consumers include cloud computing, big data and in-memory database management systems.

The Human Way to Interact With Technology

This scenario describes a world in which people interact a lot more naturally with technology. The technologies on the Hype Cycle that make this possible include human augmentation, volumetric and holographic displays, automatic content recognition, natural-language question answering, speech-to-speech translation, big data, gamification, augmented reality, cloud computing, NFC, gesture control, virtual worlds, biometric authentication methods and speech recognition. Many of these technologies have been „emerging“ for multiple years and are starting to become commonplace, however, a few stand out as tipping point technologies including natural-language question answering and NFC.

What Payment Could Really Become

This scenario envisions a cashless world in which every transaction is an electronic one. This will provide enterprises with efficiency and traceability, and consumers with convenience and security. The technologies on the 2012 Hype Cycle that will enable parts of this scenario include NFC payment, mobile over the air (OTA) payment and biometric authentication methods. Related technologies will also impact the payment landscape, albeit more indirectly. These include the Internet of Things, mobile application stores and automatic content recognition. The tipping point will be surpassed when NFC payment and mobile OTA payment technologies mature.

The Voice of the Customer Is on File

Humans are social by nature, which drives a need to share — often publicly. This creates a future in which the „voice of customers“ is stored somewhere in the cloud and can be accessed and analyzed to provide better insight into them. The 2012 Hype Cycle features the following enabling technologies and trends: automatic content recognition, crowdsourcing, big data, social analytics, activity streams, cloud computing, audio mining/speech analytics and text analytics. Gartner believes that the tipping point technologies are privacy backlash and big data.

3D Print It at Home

In this scenario, 3D printing allows consumers to print physical objects, such as toys or housewares, at home, just as they print digital photos today. Combined with 3D scanning, it may be possible to scan certain objects with a smartphone and print a near-duplicate. Analysts predict that 3D printing will take more than five years to mature beyond the niche market.“

Quelle: http://www.gartner.com/it/page.jsp?id=2124315

Displays mit taktilem Feedback – Elektroaktive Polymere (EAPs) machen es möglich

Elektroaktive Polymere (EAPs)

„Tactus Technology is the developer of a new tactile user interface for touch-screen devices. Tactus provides a new dimension of user interface with a fundamentally unique solution: application-controlled, completely transparent physical buttons that rise up from the touch-screen surface on demand. With the buttons enabled, users can push and type or rest their fingers as they would with any physical button or keyboard. When the buttons are disabled, they recede into the screen, becoming invisible and leaving a smooth, seamless flat touch-screen with maximum viewing area.“

„Elektroaktive Polymere sind weich, dehnbar und sie können elektrische Signale in mechanische wandeln – oder umgekehrt. Die Forscher unterschieden zwei Hauptklassen: ionische (feuchte) und elektrische EAPs.

-Zu den ionischen oder feuchten EAPs zählen Hydro-Gele, leitfähige Polymere oder auch ionische Polymer-Metall-Komposite. Sie enthalten wässrige Elektrolyte, die für den Betrieb zuverlässig gekapselt werden müssen. Die Dehnung bei Anlegen elektrischer Spannung funktioniert – wie es der Name schon sagt – per Ionentransport. Vorteil gegenüber elektrischen EAP: Niedrigere Steuerspannungen, höhere übertragene Drücke (> 100 MPa), dafür aber deutlich geringere Dehnungen und erhöhter Fertigungsaufwand.

-Bei elektrischen EAPs dehnt sich der Polymer durch elektrostatische Effekte. Dafür wird elektrische Spannung angelegt, unter der sich Elektroden und Elastomer verformen. Hier sind deutlich höhere Spannungen von einigen 100 V bis zu einigen kV vonnöten und die übertragenen Drücke sind mit einigen 10 MPa geringer. Dafür muss nicht gekapselt werden und sie dehnen sich unter Spannung um das Doppelte bis Dreifache ihres Ausgangszustandes.“

Quelle:
http://www.vdi-nachrichten.com/artikel/E-Muskeln-statt-E-Motoren/57331/1
http://www.tactustechnology.com/technology.html

Smartphones verhindern Verkehrsunfälle

Wifi Direct ist bei jedem Smartphone mit an Bord. Der nachfolgende Artikel erklärt, wie Smartphones in Zukunft intelligent mit Fahrzeugen kommunizieren, um Unfälle zu vermeiden.

„There are plenty of airbags and restraints to keep occupants of most modern cars safe from injury during an accident, and more automakers are deploying driver assistance technology to keep collisions from occurring in the first place – even with pedestrians and others outside the vehicle. Volvo’s pedestrian detection system keeps walkers from inadvertently becoming hood ornaments, and the Swedish brand that’s synonymous with safety has even unveiled a pedestrian airbag.

By developing a system that alerts drivers to the presence of pedestrians, cyclists, road construction workers and others who have a high chance of coming in contact with a moving vehicle, General Motors hopes to reduce the 4,280 pedestrians and 618 bicyclists deaths caused by collisions with motor vehicles in 2010, according to National Highway Traffic Safety Administration. GM researchers are working on technology that will use the Wi-Fi Direct peer-to-peer wireless connection standard to allow smartphones and other connected devices to communicate with cars. Wi-Fi Direct would be integrated with existing driver-assistance systems that use sensor-based object detection to identify pedestrians and others carrying smartphones equipped with a Wi-Fi Direct app that the automaker is also developing.

According to the Wi-Fi Alliance, Wi-Fi Direct has an effective range of just over 200 yards, or roughly more than two football fields. And unlike the type of Wi-Fi you sponge off of at Starbucks, where each user connects to a central access point, Wi-Fi Direct is an ad-hoc network that allows device-to-device connection. “Seven to eight seconds is the amount of time it takes to connect to a Wi-Fi access point,” Donald Grimm, GM’s Global R&D senior researcher of perception and vehicle control systems, told Wired. And even more time if it has to authenticate the user by providing credentials. But with Wi-Fi Direct that time is reduced to one second, according to Grimm, for critical hit-or-miss applications like the one that GM is working on. GM also claims that Wi-Fi Direct has less latency than even cellular networks in order to quickly communicate between two parties on a collision course.

Cars would, of course, first need to be Wi-Fi connected, but that could happen very quickly, according toa report released this week by Strategy Analytics. “Wi-Fi is disrupting the automotive connectivity landscape,” writes the report’s author, Roger Lanctot. “Wi-Fi adoption in cars is rapidly enhancing automotive device connectivity options and applications. The speed, range and volume of data that can be transmitted via Wi-Fi will enable everything from higher quality content distribution in the car and enhanced vehicle diagnostics to inter-vehicle communication.” Lanctot told Wired that he predicts that applications of the latest Wi-Fi and Bluetooth chipsets on smartphones such as Samsung’s Galaxy line-up will prompt automakers to accelerate their in-car Wi-Fi plans, and adds that tier-on suppliers are gearing up to integrate Wi-Fi into automotive systems.

GM is also getting help in setting up a connected-car network from the federal government and by collaborating with its competitors in a pilot program that kicks off next month in Ann Arbor, Michigan to test vehicle-to-vehicle (V2V) and vehicle-to-infrastructure (V2I) communication. “The purpose of the pilot is to gather data on the potential benefits of V2V and V2I technology,” says Grimm. “From that data NHTSA will determine whether to mandate the technology or provide some incentives for car makers to deploy it.”

As for the timing of when pedestrians and others could rely on their smartphones to keep from getting mowed down by careless motorists, Grimm says, “We’re probably looking at five years out, or by the end of the decade. We see that we can extend these applications to include pedestrians, bicyclists and other roadside users.”

The automotive adoption of Wi-Fi Direct could also have side benefits. GM points out that the technology could be used to transfer digital music files or address book information between a home network and a vehicle’s infotainment or navigation system equipped with Wi-Fi Direct. And it could possibly replace Bluetooth as the primary means of device connection in the car – and the compatibility problemsassociated with it. “Wi-Fi Direct uses of the same data transport mechanism as Bluetooth,” GM’s Grimm adds. “And the way you connect to and discover devices is similar to Bluetooth.” Except with Wi-Fi it works more often than not.“

Quelle: http://www.wired.com/autopia/2012/07/gm-wifi-pedestrians/

Innovation in der Design-Branche

Ein Stuhl für mehr Selbständigkeit

Den Stuhl neu zu erfinden, war die Aufgabe, die sich das Salzburger Startup camarg vor drei Jahren vorgenommen hat. Personen mit Aufstehschwierigkeiten waren bislang auf menschliche Hilfe angewiesen, wenn sie sich an einen Tisch setzen wollten. Zwei Designer Martin Bliem und Christian Miletzky wollten dies ändern – mit Erfolg.

Mit finanzieller Unterstützung von dem Austrian Wirtschaftsservice, der österreicheichen Forschungsförderungsgesellschaft, dem Business Creation Center Salzburg und der Fachhochschule Salzburg wurde ein ganz besonderen Stuhl namens Chelino entwickelt. Die größte Herausforderung in der dreijährigen Entwicklung lag dabei in der Berücksichtigung der körperlichen Einschränkungen, die man als junger und gesunder Mensch nicht hat und daher leicht übersieht. Darüber hinaus bedurfte es an viel Kreativität und Denkarbeit um die notwendige Sicherheit mit einem optisch schönen Design zu vereinbaren.

Es sollte ein Stuhl entstehen, der eine Lebenserleichterung integriert, aber nicht als Hilfsmittel sondern ein schönes Möbel wahrgenommen würde. Das Ergebnis kann sich zeigen lassen. Chelino hat mehrere Innovations-, Design- und Medizinproduktpreise gewonnen, darunter eine reddot Auszeichnung und eine Auszeichnung für eines der besten zehn in Österreich erteilten Patente im Jahr 2011.

Das Patent

Seit Anfang dieses Jahres wird dieser Stuhl nun erfolgreich an körperlich eingeschränkte Personen, Senioren und Pflegereinrichtungen verkauft. Da camarg mit Chelino weltweit neue Märkte erschließen möchte, wird in diesem Jahr das Patent auf die EU, USA, Japan und China ausgeweitet. So soll die Erfindung vor Imitaten geschützt werden.

Was macht diesen Stuhl so besonders? Chelino ist der weltweit einzige Stuhl mit integrierter Aufstehhilfe, der ohne Stromzufuhr auskommt. Die, in einer fixen nach oben verlaufenden Bahn bewegliche Sitzfläche ist mit vier, in den Sesselbeinen befindlichen Gasdruckfedern verbunden. Diese nehmen beim Setzen das Körpergewicht als Energie auf und geben diese beim Aufstehen wieder kontrolliert ab. Somit wird sowohl ein komfortableres Setzen, als auch ein erleichtertes Aufstehen ermöglicht. Die Hebefunktion wird durch zwei Knöpfe an den Armlehnen gesteuert. Sobald diese losgelassen werden, wird die Sitzfläche gesperrt und der Benutzer kann auf seiner bevorzugten Höhe bequem sitzen. Die Sitzfläche besteht aus zwei Teilen, wobei die vordere Sitzkante beim Hochfahren der Sitzfläche nach unten abknickt. So wird ein komfortables Setzen ermöglicht und auch kleinere Personen haben kein Problem sich auf die angehobene Sitzfläche zu setzen.

Des Weiteren bietet keiner der herkömmlichen Aufstehhilfen die Möglichkeit, ohne fremde Hilfe mit dem Stuhl an einen Tisch zu rücken. Der Aufstehstuhl Chelino ist mit eigens entwickelten Hinterrollen ausgestattet. Beim Aufstehen und Setzen sind diese hinteren Rollen automatisch blockiert, damit der Stuhl nicht nach hinten wegrollen kann und höchste Stabilität und Sicherheit gewährleistet wird. Erst wenn die Sitzfläche die unterste Position erreicht, werden die Bremsen automatisch gelöst. Damit der Stuhl auch bei angehobener Sitzfläche bewegt werden kann, gibt es zwei Knöpfe an der Rückenlehne, die die Bremsen bei Bedarf lösen.

Die gesamte Technik wurde innerhalb der Stuhlbeine verbaut. So wirkt Chelino wie ein gewöhnliches Möbel. Die Kombination aus Funktionalität, Design und intuitiver Bedienung sind die besonderen Merkmale von Chelino, an denen sich viele Anwender neben der wiedergewonnen Selbständigkeit beim Setzen und Aufstehen erfreuen.

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Die intelligente Werbetafel in der Praxis

Für die Werbeindustrie ist es von entscheidender Rolle, zielgerichtet Werbung platzieren zu können. Es ist bis dato schwierig zu erkennen, wie die genaue Resonanz eines einzelindividuums auf eine Print/Schaufenster-Anzeige aussieht.

Reklameanzeigen haben große Streuverluste, da die Werberelevanz an spezifischen Standorten nicht exakt zielgruppenspezifisch abgeschätzt werden kann.

Das Hauptproblem: Reklameanzeigen stehen an Orten, an denen nicht genug interessierte Personen vorbeikommen.

(c) http://www.fraunhofer.at/Images/1112%20FH_Report_tcm44-100235.pdf

Die Lösung: Die intelligente Reklametafel oder Werbetafel passt sich im laufenden Betrieb automatisch an die analysierte Situation an und blendet, die für eine vorher definierte Zielgruppe bestimmte Werbung ein. Das Analysemodul ist anhand einer Bildatenbank trainiert. So werden Alter, Geschlecht voneinander unterschieden. Männer haben eine andere Körperform, Frauen weichere Wangen im Gesicht. Zur Bilderkennung ist eine Kamera an der Werbetafel angebracht. Sie registriert vorbeigehende Personen, scannt Körper und Gesicht und erkennt durch die definierten Merkmale ob ein älterer Mann oder eine jüngere Frau vor der Werbetafel steht.

In den Werbesystemen ist hinterlegt, welche Werbung für welche Zielgruppe eingeblendet werden soll. Der neueste Action-Kino-Trailer für 18-22 jährige Männer, oder die Anti-Falten-Creme für Männer und Frauen ab 35.

Mehrere Anbieter buhlen um die Gunst des Schaufensterplatzes.
Fraunhofer mit Omnisense
NetAvis mit ObserverWerbeeffektivitätstracking

Wie kann zielgruppenorientierte Werbung ihr Business verbessern?

Diskutieren Sie mit uns innovativ@dieIdee.eu

Bildquelle: www.fraunhofer.at

Autonom agierende Mini-Helikopter

The obective of the sFly project is to develop several small and safe helicopters which can fly autonomously in city-like enviroments and which can be used to assist humans in tasks like rescue and monitoring.

sFly is funded by the European Community’s Seventh Framework Programme (FP7/2007-2013) under grant agreement n° 231855.

Consortium:

  • ETH Zürich, Switzerland
  • INRIA: Institut National de Recherche en Informatique et en Automatique, France
  • TUC: Technical University of Crete, Greece → Leaving project by 31st December 2009
  • CSEM Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique SA, Switzerland
  • ATG: Ascending Technologies GMBH, Germany
  • CERTH: Centre for Research and Technology, Hellas → Entering by 1st January 2010

    Quelle und Zitate:

A Logic-Gated Nanorobot for Targeted Transport of Molecular Payloads

DNA-Nanoroboter greift Krebszellen an

US-Forscher haben einen Nanoroboter gebaut, der gezielt Krebszellen angreifen kann. Die Miniaturmaschine nach dem Vorbild der körpereigenen Immunabwehr besteht aus geschickt gefaltetem Erbmaterial (DNA) und lässt sich im Prinzip für jede Zielzelle im Organismus maßschneidern.

Bisher ist der Roboter allerdings erst in Zellkulturen getestet worden. Ob er jemals bei Menschen zum Einsatz kommen kann, ist noch nicht geklärt. Ähnliche Ansätze verfolgen auch andere Forschergruppen

Der Nanoroboter gleicht einem sechseckigen Käfig, der nur 45 Nanometer (Millionstel Millimeter) hoch und 35 Nanometer dick ist – damit ist er rund 2.000 Mal dünner als ein menschliches Haar. Der mit einer speziellen Technik namens DNA-Origami gefaltete Käfig besteht aus zwei Hälften, die von Riegeln zusammengehalten werden. Diese Riegel sind so aufgebaut, dass sie ähnlich wie weiße Blutkörperchen die Oberfläche gewünschter Zielzellen – etwa Krebszellen – erkennen und daran andocken können. Mit dem Andocken konfiguriert der Riegel sich neu, so dass der Nanokäfig aufschwingt.

Der Laderaum lässt sich mit verschiedenen Wirkstoffen bestücken, die auf diese Weise gezielt zu ihrem Einsatzort gebracht werden können. Im Experiment belud das Team um Shawn Douglas von der Harvard-Universität in Boston seine Nanoroboter unter anderem mit molekularen Botenstoffen, die das Selbstmordprogramm einer Zelle aktivieren können. Dieses Programm ist bei Krebszellen typischerweise gestört.

Gezielte Zerstörung

Im Labor konnten die Forscher auf diese Weise die Selbstzerstörung bei Leukämie- und Lymphomzellen auslösen, wobei auch die molekularen Botschaften für die beiden verschiedenen Krebszellen maßgeschneidert werden mussten. Nach diesem Muster könnten verschiedene Aktionen gezielt bei gewünschten Zelltypen ausgelöst werden, erläutern die Wissenschaftler.

Die Forscher, die sich für ihre Arbeit von der Funktion des menschlichen Immunsystems inspirieren ließen, bereiten nach den Worten von Douglas als nächstes Tests an Versuchstieren vor. „Das wird wahrscheinlich ein verbessertes Design erfordern, um eine stabile Zirkulation und Funktion im Blutkreislauf zu gewährleisten“, schränkte der Forscher allerdings ein. „Außerdem müssen die Herstellungskosten des Geräts sinken.“

science.ORF.at/APA/dpa

Quellen:
http://www.sciencemag.org/content/335/6070/831.abstract

Artikelzitat aus:
http://science.orf.at/stories/1694726/