Elektroautos – VW rechnet mit rasch sinkenden Batteriepreisen

VW rechnet mit rasch sinkenden Batteriepreisen

von Martin Seiwert und Franz W. Rother

VW-Chef Martin Winterkorn steuert einen neuen Meilenstein in der Elektromobilität an: Schon in drei Jahren könnte Volkswagen E-Fahrzeuge bauen, die günstiger sind als herkömmliche Autos.

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Der Buchstabe „i“ taucht nicht erst bei BMW auf und steht für intelligent und innovativ. Das haben auch schon andere Anbieter für sich entdeckt, aber die Namensexperten schätzen den Wert trotzdem hoch: „Dafür gliedert sich das neue Modellkürzel jedoch hervorragend in die BMW Bezeichnungsstruktur“, begründen sie den zweiten Platz für den „BMW i3“.

Bis zu 170 Stundenkilometer schafft der E-Flitzer. Im reinen E-Betrieb soll der BMW i3 eine Reichweite von 160 Kilometern haben. Allerdings ist BMW noch nicht so weit. Das E-Auto wird erst ab 2013 auf deutschen Straßen unterwegs sein.

Bild-Quelle: dpa

Möglich wird das durch einen drastischen Preissturz bei den Batterien, dem teuersten Bauteil von E-Autos. „Wir rechnen damit, dass die Kosten pro Kilowattstunde Kapazität beim Lithium-Ionen-Akku schnell auf eine Größenordnung von etwa 100 Euro sinken und dass diese Grenze 2015 oder spätestens kurz danach erreicht wird“, sagt Rudolf Krebs, Elektroauto-Chef des Volkswagen-Konzerns. Winterkorn sagte unlängst, er könne nicht verstehen, warum Autohersteller für die Akkus mehr zahlen sollten als die Elektronikindustrie, die in Laptops und Handys ähnliche Batterien einbaut.

Bisher ging die Autoindustrie davon aus, dass das Preisniveau nicht vor dem Jahr 2020 auf 100 Euro pro Kilowattstunde (kWh) sinkt. Ab dieser Grenze kann ein Elektroauto in den Gesamtkosten für Anschaffung und Betrieb günstiger sein als ein herkömmliches Fahrzeug. Nach Berechnungen der Unternehmensberatung P3 Ingenieurgesellschaft wäre dann sogar ein Elektroauto, das für den Langstreckenbetrieb über einen zusätzlichen Verbrennungsmotor verfügt, kostengünstiger als ein Benziner oder ein Dieselfahrzeug.

Der Preis für die Batterie mit einer Kapazität von 20 kWh läge bei rund 4000 Euro. Derzeit kosten solche Batterien, die eine Reichweite von durchschnittlich 150 Kilometern ermöglichen, laut P3 rund 9000 Euro.

Grafik Elektroauto-Zulassungen
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Die Erwartung von Volkswagen, schon 2015 die 100-Euro-Grenze erreichen zu können, stellt die gängigen Prognosen zur Entwicklung der Batteriepreise infrage. Das kalifornische Marktforschungsunternehmen Advanced Automotive Batteries (aab) sagte zuletzt voraus, dass der Zellenpreis bis zum Jahr 2015 auf 340 bis 460 Dollar fällt.

Auch Daimler geht in Prognosen, die der WirtschaftsWoche vorliegen, nicht davon aus, dass er in absehbarer Zeit unter 250 Euro sinkt. Toyota und BMW arbeiten gemeinsam schon an der nächsten Batteriegeneration, den Lithium-Luft-Akkus. Durch die neue Technik könnten die Preise deutlich unter 100 Euro fallen – wenn es gelingt, diesen Typ wiederaufladbar zu machen.

Aktuell werden für eine Batteriezelle mit einer Speicherkapazität von einer Kilowattstunde laut Bosch rund 500 Euro verlangt, Wettbewerber Johnson Controls rechnet gar mit 750 Euro. Bei einer Großserienproduktion könnte der Preis bis 2017 auf 350 Euro fallen, aber ein Preis von 100 Euro schon im Jahr 2015 sei Wunschdenken, heißt es bei den Zulieferern.

„Bislang werden von der Autoindustrie nur homöopathische Mengen von Batteriezellen für Elektroautos geordert. Verträge über größere Liefermengen sehe ich noch nicht“, beklagt sich Stefan Suckow, der bei Johnson Controls das Geschäft mit Lithium-Ionen-Akkus verantwortet.“

Bildquelle und Originalzitat: http://www.wiwo.de/unternehmen/auto/elektroautos-vw-rechnet-mit-rasch-sinkenden-batteriepreisen/6458322.html

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